Grenen, wo sich Skagerrak und Kattegat treffen

Grenen bezeichnet die sandige Landspitze einer rund 30 Kilometer langen Landzunge nördlich von Skagen, die seit etwa 8000 Jahren zu einer der größten Landzungen weltweit wuchs und eines der meist besuchten Ausflugsziele Dänemarks ausmacht, obwohl man hier, auf Grund der sehr starken Strömung, nicht baden darf, sondern nur bis zu den Fußknöcheln ins Wasser darf.
 
Ähnlich der Wanderdüne Råbjerg Mile, so verändert sich auch die Landspitze Grenen täglich, denn während der vergangenen 300 Jahren verlängerte sich Grenen um rund 2,5 Kilometer in nordöstlicher Richtung, gegenwärtig etwa 10 Meter pro Jahr. Auf Grund dieses permanenten Wachstums, das man über 6000 Jahre zurückverfolgen kann, steht die gesamte Landzunge unter einem verschärften Naturschutz und ist geologisch von besonderem Interesse.

Grenen, der Treffpunkt von Skagerrak und Kattegat
Foto: Herbert Kårlin

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wagten es nur wenige Boot die Wasserpassage zwischen Dänemark und Schweden zu nehmen, da die nahezu unberechenbaren Strömungen sehr häufig zum Schiffbruch führten. Selbst die dänischen Wikinger mit ihren hervorragenden Navigationskenntnissen hatten hier Probleme, obwohl sie das Meer bei Grenen nicht vollständig vermeiden konnten. Erst im Jahr 1895 bot dann der Nord-Ostsee-Kanal einen ungefährlichen, regelmäßigen Schiffverkehr von Deutschland nach Dänemark und nach Schweden.
 
Unter den über einer Million Besucher, die jährlich Grenen besuchen, findet man jedoch nicht nur jene die die Landspitze sehen wollen an der sich Nord- und Ostsee treffen und gegeneinander zu kämpfen scheinen, sondern unter ihnen findet man auch sehr viele Vogelliebhaber, denn an keiner Stelle Europas kann man so viele Raubvögel während ihrer Reise in den Norden beobachten, da diese Gleitvögel auf diese Weise die dortigen Windströmungen ausnützen können und weniger Energie aufwenden müssen als auf anderen Strecken.
 
Beim Besuch von Grenen kann man die zahlreichen Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg nicht übersehen, und dennoch besichtigen nur wenige das Bunkermuseum (Skagen Bunkermuseum) einen deutschen Bunker der während des Krieges als Sanitätsbunker für deutsche Soldaten benutzt wurde und wo man heute, unter anderem, das ursprüngliche Operationszimmer betrachten kann.
 
Wer sich für dänische Kunst interessiert, sollte auch das Kunstmuseum (Galleri Grenen) besuchen, das sich ebenfalls an der Spitze der Landzunge befindet und seit 1977 ständig Ausstellungen, insbesondere lokaler Künstler, präsentiert.