Die Insel Ærø auf Fünen und seine Badehäuschen
Die 30 Kilometer lange und bis zu sechs Kilometer breite Insel Ærø mit ihren knappen 6000 Einwohnern (fünf Prozent davon kommen aus Deutschland) wird vor allem als die "typischste" Insel Dänemark bezeichnet, da sie in der Tat eine typisch dänische Struktur mit entsprechenden Häusern aufweist, aber ohne wachsenden Tourismus kaum überleben kann. Die andere Seite der Insel ist jedoch dass 1950 noch über 10.000 Personen hier lebten und 1980 immerhin noch nahezu 9000 Bewohner gezählt wurden, die Anzahl der Bewohner also ständig schrumpft.
Noch vor 20 Jahren blühte auf Ærø die Landwirtschaft, aber die Bevölkerung wird immer älter, die Jugendlichen ziehen auf das Festland und es sterben jedes Jahr mehr Personen als Kinder geboren werden, was dazu führte dass heute von den rund 40 Prozent der Landfläche, was 40 Quadratkilometern entspricht, immer weniger Land genutzt wird, obwohl dieses ausschließlich für landwirtschaftliche Aktivitäten genutzt werden kann. Die Gemeinde versucht durch zahlreiche Aktionen diese Entwicklung zu ändern, da auch der Tourismus davon abhängt dass die Insel ihren Charme behält und nicht völlig entvölkert wird.

Besucher der Insel Ærø, die nur mit einer Fähre erreichbar ist, werden insbesondere von der Stadt Ærøskøbing angezogen, die über ein historischen Zentrum mit engen Gassen und zahlreiche Fachwerkhäuser aus dem 18. Jahrhundert verfügt und an ein Dänemark aus dem Märchenbuch erinnern. Am Rande der Stadt, am Vesterstrand, kann der Besucher auch noch 71 Badehäuschen die Anfang der 20er Jahre errichtet wurden, entdecken und die mittlerweile unter Denkmalschutz stehen. Die sehr kleinen Häuschen haben weder fließendes Wasser, noch Strom, und müssen in ihrem aktuellen Zustand erhalten werden, dienen jedoch für die unterschiedlichsten Feiern und Zusammenkünfte der Inselbewohner.
Neben Badegästen, die im Sommer oft eines der Ferienhäuser mieten und die Entspannung suchen, kommen sehr viele Freizeitfischer nach Ærø, da sie hier an einer Küstenlinie von 80 Kilometer ihrem Freizeitvergnügen nachgehen können, auf einer Insel, auf der bereits vor rund 10.000 Jahren die ersten Siedler zu finden waren und ebenfalls vom Fischfang lebten.
Die letzten Jahre zieht Ærø auch immer mehr Fahrradtouristen an, was den Vorteil hat dass sie problemlos die gesamte Insel entdecken können, angefangen von den Hünengräbern bis zu den Kliffs, den Sandstränden, dem Seefahrtsmuseum in Marstal bis zum Leuchtturm Skjoldnæs Fyr. So nebenbei kann man dann auch noch einige der rund 100 Geschäfte besuchen, die allerdings meist nur während der Hochsaison geöffnet haben.
Ærø, die größte, einst überflutete, Eiszeitlandschaft Schwedens gilt in Dänemark auch als die Hochzeitinsel des Landes. Im Jahr 2016 hatten sich dort über 3600 Ehepaare, vor allem aus dem Ausland, das Jawort gegeben, einer Insel, die nicht einmal über 6000 Einwohner verfügt.
Da die Insel Ærø von zahlreichen kleineren Inseln umgeben ist, machen auch jedes Jahr mehr Segeltouristen einen Abstecher auf die Insel um auch Ærøskøbing oder Marstal etwas näher zu entdecken.
