Die dänische Stadt Silkeborg in Mittel-Jütland
Das Gebiet auf dem die dänische Stadt Silkeborg erbaut wurde war mit Sicherheit bereits zwischen 200 und 400 vor Christus bewohnt, was Funde in Ellingpigen, Trollundmanden und Grauballemanden beweisen, auch wenn kaum etwas über die Ausmaße der damaligen Siedlungen weiß, da die Funde alle entdeckt wurden als dort Torf abgebaut wurde, also sehr verstreut über ein größeres Gebiet gefunden wurden.
Die nächsten Zeugen einer Ansiedlung in Silkeborg gehen dann auf den Beginn des 13. Jahrhunderts zurück, als hier das Kloster Alling erbaut wurde, ein Benediktinerkloster das von den Bischöfen in Aarhus verwaltet wurde und erst während der Reformation vom König beschlagnahmt wurde um die Geschichte des katholischen Glaubens in Dänemark zu beenden.

Ende des 15. Jahrhunderts kann dann erstmals der Name Sillkæborgh nachgewiesen werden, was mit Sicherheit damit zusammenhing dass die Bischöfe von Aarhus dort zu Beginn des 15. Jahrhunderts eine Burg anlegen ließen und das Gebiet auch weitgehend besiedeln wollten.
Der tatsächliche Aufschwung Silkeborgs begann dann im 18. Jahrhundert als der Bezirksrichter Hans Hoff dort einen Hafen anlegen ließ und durchsetzte dass Silkeborg auch einen gewissen Handel betreiben durfte. Neben dem Seeweg wurde in diesem Jahrhundert auch die Straßen nach Silkeborg ausgebaut, so dass der Handel für die Stadt immer bedeutender wurde. Dennoch sollte es noch bis Mitte des 19. Jahrhunderts dauern bis die Industrialisierung in Silkeborg tatsächlich einzog und sich immer mehr Personen in der Stadt niederließen. Im Jahr 1899 entschied sich dann der dänische Reichstag Silkeborg ab dem 1. Januar 1900 der Stadt sämtliche Handelsrechte zu verleihen.
Um diese Zeit war die Papierfabrik der bedeutendste Arbeitgeber der Stadt und die wachsende Bevölkerung konnte unter vier Tageszeitungen wählen, was von der heutigen Warte aus nahezu undenkbar ist, da Silkeborg zu Beginn des 20. Jahrhunderts nur knapp über 10.000 Einwohner verfügte, die bis 1940 auf 15.000 Einwohner anstiegen, wobei die Handwerker, nicht Händler oder Arbeiter, die größte Gruppe der Bewohner ausmachten.
Vom ehemaligen Schloss Silkeborgs findet man heute leider nur noch wenige Reste, denn es war bereits 1726 so verfallen dass man es vollkommen abriss, auch wenn die Stelle als solches erhalten ist und mittlerweile am Boden der Stelle markiert wurde.
Im ältesten Gebäude der Stadt Silkeborg, dem Silkeborg Hovedgård, der bereits 1767 erbaut wurde, findet man das bedeutendste Museum der Stadt, das insbesondere Funde aus der Wikingerzeit und dem Mittelalter zeigt, aber auch den sogenannten Trollundsmanden, eine Moorleiche aus dem 3. oder 4. Jahrhundert vor Christus.
Im Museum Jorm wiederum entdeckt man über 30.000 Werke von über 600 dänischen und internationalen Künstlern des 20. und 21. Jahrhundert. Es handelt sich hierbei um die größte Kunstsammlung Dänemarks in der man auch die wichtigsten Werke des Künstlers Asger Jorn findet. Auf rund 2500 Quadratmetern findet man natürlich auch regelmäßig Ausstellungen von Gegenwartskünstlern.
Wer sich für Kunst interessiert, sollte vielleicht auch einen Besuch im KunstCentret Silkeborg Bad einplanen, da man hier die Werke der Künstlerkolonie Silkeberg findet, die auch heute noch sehr bekannt und weiterhin aktiv ist.
Nicht vergessen sollte man auch das Gebäude der alten Papierfabrik in dem sich heute das Kulturzentrum der Stadt, wie auch ein Kino, das Musiktheater und Cafés befinden, neben der Hauptattraktion, nämlich dem Papiermuseum in dem man erfahren kann auf welche Weise früher Papier unterschiedlicher Art hergestellt wurde.
Und wer durch Silkeborg bummelt, sollte auch einen Blick auf ein weiteres historisches Gebäude werfen, nämlich das alte Rathaus der Stadt, das bereits 1857 erbaut wurde und 1970 seine Aufgabe an einen Neubau abgeben musste.
Im Tierpark Silkeborgs findet man auch eines der größten Süßwasseraquarien Europas, das 1993 eingeweiht wurde und als eine bedeutende Attraktion der Stadt gilt.
Wer dann noch einen kleinen Ausflug auf dem See Hjejlen machen will, hat die Chance dies mit dem ältesten noch erhaltenen Raddampfer Hjejlen zu machen, der 1861 in Kopenhagen erbaut wurde, oder natürlich mit einem der anderen, etwas moderneren, Ausflugsboote.
